LMK Entwicklung in der EU

Zusammenschluss von Berufsverbänden und die einheitliche Lebensmittelüberwachung in der EU

Die Europäische Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkontrolle und des Verbraucherschutzes (E.A.L.V.) ist ein europäischer Zusammenschluß von Berufsverbänden, die die einheitliche Lebensmittelüberwachung in der EU mit zur Zeit rund 3.500 Mitgliedern fördert und die berufsbezogenen Interessen vertritt.

Die ersten Kontakte zwischen französischen und deutschen Kollegen entstanden in Petite Rosselle (Frankreich) bei Fred Mayer. Bereits bei dieser ersten Zusammenkunft wurden Fach- und Verbandsprobleme intensiv ausgetauscht.

Die Hauptthemen eines Symposiums in Trier (1990), am dem Kontrolleure aus Frankreich, Holland, Luxemburg und Deutschland teilnahmen, waren der Aufbau und die Organisation der Lebensmittelüberwachung sowie die Ausbildung der Lebensmittelkontrolleure sowie die künftige Zusammenarbeit in der EU.

Zahlreiche Gespräche führten im weiteren Verlauf des Jahres 1990 dazu, daß der Entschluß getroffen wurde, eine Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkontrolleure und Techniker des Vetetrinärdienstes zu gründen.

Im Februar 1991 wurde im französischen Amneville die Arbeitsgemeinschaft Rhein-Mosel gegründet, der als Präsident Patrice Maitre vorstand. Zu seinem Stellvertreter wurde Wolfgang Krüger gewählt. Nach Ausarbeitung einer Satzung wurde die Arbeitsgemeinschaft 1991 beim Amtsgericht in Metz ins Vereinsregister eingetragen.

Mitglieder dieses Verbandes sind der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure, der durch den Landesverband Rheinland-Pfalz vertreten wird, und das Syndicat National des Techniciens des Services Veterinaires aus Frankreich.

Die Hauptaufgabe bestand darin, eine europäische Vereinigung für Personen zu schaffen, die in der Lebensmittelüberwachung und dem Verbraucherschutz tätig sind. Nach diesem Grundsatz wurde versucht, Kontakte zu Berufsverbänden in allen Ländern der EU aufzunehmen.

Während einer Ausschußsitzung der Arbeitsgmeinschaft in Kusel (1992), zu der auch Kontolleure aus Holland gekommen waren, wurde beschlossen, andere berufsbezogene Verbände aus EU-Ländern in die Arbeitsgemeinschaft aufzunehmen.

Als Verlagsobjekt wurde ein Dienstkalender mit den Adressen der deutschen und französischen Dienststellen für 1993 herausgegeben. Jedem Mitglied wurde dieser Kalender zur Verfügung gestellt.

Im Mai 1993 fand dann die erste Generalversammlung der "A.G. Rhein-Mosel" in Ambleteuse statt. Im Vorfeld der Versammlung war eine neue Satzung erarbeitet worden, die es ermöglichte, Verbände anderer EU-Länder aufzunehmen. Während der Versammlung wurde der Name der Arbeitsgemeinschaft in den heutigen Titel "Europäische Arbeitsgemeinschaft der Lebensmittelkontrolle und des Verbraucherschutzes" geändert. Des weiteren wurden die Verbände aus England und den Niederlanden in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen.

Bei den Vorstandswahlen wurde Patrice Maitre in seinem Amt bestätigt. Neu war jedoch, daß nun drei Vizepräsidenten benannt wurden. Die Vertretung Deutschlands übernahm Bernd Weber, die Niederlande wurden durch Jan van de Loo vertreten, für England besetzte Angus Lowdon das Amt des Vize. Fred Mayer, "ein Mann der ersten Stunde", wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt.

Für das darauffolgende Jahr wurde erneut ein Dienstkalender erstellt, der um die entsprechenden niederländischen und englischen Adressen erweitert wurde.

Während einer Vorstandssitzung im November des Jahres, die in Bonn stattfand, wurde beschlossen, daß die Aufnahme anderer Berufsverbände, die im Zusammenhang mit der Lebensmittelüberwachung, dem Verbraucherschutz und der Gesundheit stehen, ermöglicht wird. Besonders sollten somit die Verbände der Fleischkontrolleure, Veterinäre, Lebensmitteltechniker und Humanmediziner mit einbezogen werden.

Im Februar 1994 fand in Brüssel ein Gespräch mit Herrn Gaerner, Generaldirektion III, statt. Es wurde unter anderem über Kontakte zu Berufsverbänden aller Ländern in der EU gesprochen. Des weiteren ging es um Austauschprogramme für Personen in der Lebensmittelüberwachung, finanzielle Zuschüsse von Seiten der EU, Einstellungsvoraussetzungen und einheitliche Ausbildungsinhalte für Lebensmittelkontrolleurbeamte in der EU sowie die Privatisierung der Lebensmittelüberwachung und die Aufnahme in den Verbraucherausschuß der EU.

Noch im Jahr 1994 konnte der seit Jahren gefährdete Austausch von Lebensmittelkontrolleuren innerhalb der Europäischen Union gesichert werden. Das Austauschprogramm mit dem Namen "Karolus" ermöglicht auch den Personen, die mit der amtlichen Lebensmittelüberwachung nach der Richtlinie 89/397 EWG befaßt sind, eine Teilnahme.

Während der zweiten Vollversammlung im April 1995 im französischen Annecy konnten der Bund der Lebensmittelchemiker im öffentlichen Dienst aus Deutschland und der Vaktechnische Bond van Vee un Flees aus den Niederlanden in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen werden. Bei den Wahlen wurde Bernd Weber (Deutschland) zum Präsidenten gewählt. Vizepräsidenten wurden Jan von de Loo (Niederlande), Angus Lowdown (England) und Marcel Verger (Frankreich).

Weiterhin strebt die E.A.L.V. die Kontaktaufnahme zu neuen Mitgliedsländern und Verbänden an. Von deutscher Seite zeigt der Verband der Fleischkontrolleure großes Interesse an der europäischen Organisation. Kontakte konnten ebenfalls zur österreichischen Lebensmittelüberwachung aufgebaut werden. Da die in der Lebensmittelüberwachung tätigen Personen dort jedoch nicht organisiert waren, gestalteten sich die Gespräche über einen Beitritt recht schwierig. Gleiches galt für Belgien, wo es ebenfalls keinen Berufsverband gab. Nachdem der Antrag auf finanzielle Förderung der Arbeitsgemeinschaft für 1995 in Brüssel nicht bearbeitet wurde, stellt die Organisation Mitte des Jahres erneut einen Antrag in Brüssel. Daraufhin wurden Gespräche mit der Generaldirektion VI der Europäischen Kommission geführt, um die finanzielle Unterstützung und die Einführung eines einheitlichen Studienganges für die in der Lebensmittelüberwachung tätigen Personen voranzutreiben.

Im September des Jahres 1995 stellte sich die E.A.L.V. während eines europäischen Seminars an der Universität Birmingham der Öffentlichkeit vor. Ende des Jahres erkannte die Generaldirektion III der Europäischen Kommission die Organisation als subventionsfähig an.

Anläßlich einer europäischen Tagung im Januar 1996 in Bergneustadt wurde über neue Konzepte und Wege beraten, wie die gemeinsame Aufgabe der Lebensmittelüberwachung und des Verbraucherschutzes in Europa gestaltet werden könnte. Im Juni fand ein Workshop der Arbeitsgruppe "Lebensmittelkontrolle" statt, der sich mit den Schwerpunkten "Kennzeichnung und Zusammensetzung von genmanipulierten Lebensmitteln", "Methoden des HACCP" und der Ausbildung von Kontrolleuren beschäftigte.

Im selben Jahr stellt der neugegründete österreichische Verband der Lebensmittelkontrolleure seinen Beitrittsantrag.

Der erste Workshop mit Beteiligung niederländischer und deutscher Lebensmittelkontrolleure fand im Oktober ´96 an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen Düsseldorf statt. Anläßlich der Generalversammlung 1997 konnten in Edinburgh der Österreichische Verband der Lebensmittelkontrolleure, der Verband der belgischen Lebensmittelkontrolleure sowie das Syndikat FORCE – OUVRIERE des la DGCCRF aus Frankreich als Vollmitglieder aufgenommen werden. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt Lebensmittelkontrolleure, Fleischkontrolleure und Lebensmittelchemiker aus sechs EU-Mitgliedsstaaten in der E.A.L.V. vertreten.

Bei den Wahlen wurde der Niederländer Jan van der Laan zum Präsidenten gewählt. Das Amt des Vizepräsidenten bekleiden Bernd Weber (Deutschland), Marcel Verger (Frankreich), Andreas Müller (Österreich), Marc van den Hove (Belgien) Angus Lowdown (England). Des weiteren wurden Vorbereitungen für ein internationales Symposium in Paris getroffen.

Im Oktober 1997 wurde ein weiterer Workshop für Lebensmittelkontrolleure aus Deutschland und den Niederlanden veranstaltet. Außerdem wurden Gespräche mit den Generaldirektionen III, IV und XXIV der Europäischen Kommission geführt, bei denen es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der Direktion XXIV und eine Subventionierung durch diese Stelle ging. Weitere Gesprächsthemen waren Workshops für Lebensmittelkontrolleure in Verbindung mit dem Karolusprogramm und ein EU-Kontrolldienst mit Mitgliedern der E.A.L.V..

Das bereits 1997 geplante internationale Symposium fand im März 1998 in Paris statt. An dieser Veranstaltung nahmen über 200 Personen teil, davon allein 70 Lebensmittelkontrolleure und Lebensmittelchemiker aus Deutschland.