Vitamin D ist für Säuglinge wichtig – eine Überdosierung kann jedoch schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Folgen haben. Anlass für eine aktuelle Information des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist ein im Juli 2026 gemeldeter Fall einer schweren Vitamin-D-Vergiftung bei einem Säugling in Deutschland.
👶 Hochdosiertes Präparat für Erwachsene verabreicht
Nach Angaben des BfR war die Ursache eine Fehlverabreichung eines hochdosierten Nahrungsergänzungsmittels für Erwachsene, das über das Internet verkauft wurde.
Das Produkt wurde anstelle eines üblichen, ärztlich empfohlenen Vitamin-D-Präparats für Säuglinge verwendet.
Es handelt sich dabei nicht um einen Einzelfall: Bereits Ende 2021 wurde dem BfR ein ähnlicher Fall gemeldet.
☀️ Warum bekommen Säuglinge Vitamin D?
Säuglinge gehören zu den Risikogruppen für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung. In Deutschland wird deshalb zur Vorbeugung einer Rachitis – einer Störung der Mineralisierung des wachsenden Knochens – eine Vitamin-D-Prophylaxe empfohlen.
Bis zum zweiten erlebten Frühsommer wird üblicherweise eine tägliche Gabe von:
👉 400 bis 500 Internationalen Einheiten (I. E.)
beziehungsweise
👉 10 bis 12,5 Mikrogramm (µg) Vitamin D pro Tag
empfohlen.
Vitamin D ist unter anderem für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel sowie die Stabilität der Knochen von Bedeutung und trägt außerdem zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
🚨 Zu viel Vitamin D kann gefährlich werden
Eine deutlich zu hohe Vitamin-D-Aufnahme kann zu einer sogenannten Hypervitaminose D führen.
Dabei kann der Calciumspiegel im Blut stark ansteigen. Diese sogenannte Hypercalcämie kann insbesondere bei Säuglingen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
Mögliche Symptome sind unter anderem:
🔸 Müdigkeit
🔸 Muskelschwäche
🔸 Erbrechen
🔸 Gewichtsverlust
🔸 Gedeihstörungen
Besteht ein erhöhter Calciumspiegel über einen längeren Zeitraum, können gravierende gesundheitliche Auswirkungen auftreten – insbesondere Schädigungen der Nierenfunktion.
💧 Besondere Vorsicht bei flüssigen Präparaten
Eltern und Erziehungsberechtigte sollten darauf achten, dass für Kinder ausschließlich geeignete Vitamin-D-Präparate in der vorgesehenen Dosierung verwendet werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist laut BfR bei flüssigen Vitamin-D-Präparaten erforderlich. Je nach Konzentration des Produkts können Dosierungsfehler schnell zu einer erheblich höheren Vitamin-D-Aufnahme führen als beabsichtigt.
⚠️ Hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene sind kein Ersatz für die für Säuglinge vorgesehenen Vitamin-D-Präparate.
Die jeweiligen Einnahme- und Dosierungsempfehlungen sollten unbedingt beachtet werden.
🩺 Im Zweifel ärztlichen Rat einholen
Gerade bei Säuglingen sollte die Vitamin-D-Gabe entsprechend den medizinischen Empfehlungen erfolgen. Bei Unsicherheiten hinsichtlich des geeigneten Präparats oder der richtigen Dosierung empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen.
Bei Verdacht auf eine versehentliche Überdosierung sollte ebenfalls unverzüglich medizinischer Rat eingeholt werden.
📄 Weitere Informationen
Das Bundesinstitut für Risikobewertung informiert ausführlich über den aktuellen Fall und die Risiken einer Überdosierung:
👉 BfR-Mitteilung „Vitamin-D-Vergiftung bei Säuglingen“:
https://www.bfr.bund.de/assets/01_Veröffentlichungen/Mitteilungen_deutsch/vitamin-d-vergiftung-bei-saeuglingen.pdf
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

