Die Nutzung mitgebrachter Mehrwegbecher für „Coffee to go“ ist seit einigen Jahren vielerorts möglich. Wer unterwegs einen heißen Kaffee, Kakao oder Tee trinken und dabei Müll durch Einwegbecher vermeiden möchte, kann aus einem vielfältigen Angebot an Mehrwegbechern, einschließlich Thermobechern, wählen. Diese werden in vielen Tankstellen, Bäckereien, Cafés oder Spätverkaufsstellen zum Befüllen mit angebotenen Heißgetränken akzeptiert.
Solcherart genutzte Mehrwegbecher können etwa aus Edelstahl, Porzellan, Glas oder Kunststoffen bestehen. Vor einigen Jahren ließ sich ein Trend zu Mehrwegbechern beobachten, die mit Attributen wie „aus natürlichen Materialien“ beworben wurden. Diese bestanden jedoch vor allem aus Kunststoff, etwa aus Melamin-Formaldehyd-Harz (MFH). Solchen Kunststoffen waren dabei lediglich „natürliche“ Materialien wie Bambusfasern als Füllstoff zugesetzt.
Werden Produkte aus MFH bei sehr heißen Temperaturen verwendet oder sehr heiß befüllt – wie es bei Coffee-to-go üblich ist –, können sich im Fall von MFH Melamin und Formaldehyd aus dem Material lösen und in Lebensmittel übergehen, was gesundheitliche Risiken birgt. Zudem sind Füllstoffe wie Reisspelzen oder Bambusfasern nicht für die Verwendung in Kunststoffgegenständen für den Lebensmittelkontakt zugelassen. Entsprechend wurde sogenannte „Bambusware“ inzwischen vom Markt genommen. Für Gegenstände aus MFH empfiehlt das BfR weiterhin, sie nicht im Kontakt insbesondere mit heißen, sauren Flüssigkeiten wie Kaffee, Tee oder Glühwein zu verwenden.
Damit dem Getränkegenuss aus mitgebrachten Mehrwegbechern auch aus hygienischer Sicht nichts im Weg steht, sollten die Becher leer und sauber sein. Was es bei mitgebrachten Mehrwegbechern für Nutzerinnen und Nutzer zu beachten gilt, um mögliche gesundheitliche Risiken zu vermeiden, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Folgenden zusammengestellt.

