Skip to content
Cereulid in Säuglingsnahrung Groß
Foto: von einer KI erstellt

Mehr als 5.300 Meldungen zu Lebens- und Futtermitteln wurden 2025 über das Europäische Schnellwarnsystem RASFF ausgetauscht. Ein besonders bedeutender Fall zeigt, warum dieses Netzwerk so wichtig ist: Cereulid in Säuglingsnahrung.

🍼 Cereulid in Säuglingsnahrung entdeckt

Ende 2025 wurden erstmals Spuren von Cereulid in Säuglingsnahrung eines niederländischen Herstellers festgestellt. Die zuständigen Behörden und die Europäische Kommission wurden informiert und der Fall in das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) aufgenommen.

Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet werden kann. Nach der Aufnahme kann es bereits innerhalb weniger Stunden zu Übelkeit und Erbrechen kommen. In seltenen Fällen sind auch schwere, lebensbedrohliche Vergiftungen möglich.

🔎 Eine Zutat führte zur Ursache

Im Januar 2026 konnte die Ursache der Kontamination ermittelt werden: verunreinigtes Arachidonsäure-Öl, das bei der Herstellung der Säuglingsnahrung verwendet worden war.

Durch den schnellen Informationsaustausch über das RASFF zeigte sich, dass das Problem nicht auf einen einzelnen Hersteller beschränkt war. Die Behörden konnten einen gemeinsamen chinesischen Lieferanten identifizieren. Dadurch wurde deutlich, dass auch Produkte weiterer Hersteller und Empfänger weltweit betroffen sein konnten.

Der Fall macht anschaulich, wie wichtig eine schnelle und grenzüberschreitende Rückverfolgung von Lebensmitteln und Zutaten ist.

🌍 Hunderte Meldungen ermöglichen schnelle Reaktionen

Bis einschließlich Mai 2026 wurden im Zusammenhang mit dem Cereulid-Geschehen mehr als 20 Originalmeldungen und rund 600 Folgemeldungen über das RASFF ausgetauscht.

An 13 Meldungen war auch Deutschland beteiligt.

Die Informationen ermöglichten es den zuständigen Behörden, Lieferwege nachzuvollziehen, betroffene Produkte zu identifizieren und gezielte Maßnahmen einzuleiten. Rückrufe wurden in Deutschland unter anderem über das gemeinsame Portal von Bund und Ländern lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

📊 Mehr als 5.300 RASFF-Meldungen im Jahr 2025

Der aktuelle Bericht zeigt auch, wie intensiv das Schnellwarnsystem genutzt wird. Im Jahr 2025 wurden europaweit mehr als 5.300 Originalmeldungen und rund 18.000 Folgemeldungen übermittelt.

Deutschland gehörte dabei zu den aktivsten Mitgliedstaaten:

🇩🇪 mehr als 700 Originalmeldungen kamen aus Deutschland – rund 13 Prozent aller Meldungen.

📦 Bei 1.145 Meldungen war Deutschland als Empfänger potenziell gesundheitsgefährdender Lebens- und Futtermittel oder Lebensmittelkontaktmaterialien angegeben.

Die meisten Meldungen entstanden durch:

  • 🔬 Amtliche Marktkontrollen: 1.768 Meldungen (33 %)
  • 🛃 Grenzkontrollen: 1.650 Meldungen (31 %)
  • 🏭 Betriebliche Eigenkontrollen: 1.446 Meldungen (27 %)
  • 👥 Hinweise von Verbraucherinnen, Verbrauchern oder anderen Hinweisgebenden: 341 Meldungen (6 %)
  • 📰 Medienbeobachtungen: 87 Meldungen (2 %)
  • 🦠 Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche: 36 Meldungen (1 %)

💡 Was ist eigentlich RASFF?

RASFF steht für Rapid Alert System for Food and Feed – das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel.

Über das System tauschen die zuständigen Behörden der europäischen Staaten Informationen aus, wenn von Lebensmitteln, Futtermitteln oder Lebensmittelkontaktmaterialien ein gesundheitliches Risiko ausgehen könnte.

In Deutschland übernimmt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Funktion der nationalen Kontaktstelle. Es leitet Meldungen anderer Mitgliedstaaten an die betroffenen Bundesländer weiter und übermittelt deutsche Meldungen an die Europäische Kommission.

Der Informationsaustausch erfolgt über die Online-Plattform iRASFF.

🛡️ Schnelle Information ist aktiver Verbraucherschutz

Der Cereulid-Fall zeigt besonders deutlich, wie eng Lebensmittelketten heute international miteinander verbunden sind. Eine einzelne belastete Zutat kann über verschiedene Hersteller und Länder hinweg in zahlreiche Produkte gelangen.

Umso wichtiger sind funktionierende Kontrollsysteme, eine konsequente Rückverfolgbarkeit und ein schneller Informationsaustausch zwischen Behörden, Lebensmittelüberwachung und Unternehmen.

RASFF sorgt dafür, dass relevante Informationen nicht an Landesgrenzen haltmachen – und notwendige Maßnahmen möglichst schnell dort eingeleitet werden können, wo sie gebraucht werden.

Lebensmittelüberwachung wirkt – vernetzt, grenzüberschreitend und jeden Tag.

Quelle: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Veröffentlichung vom 17.09.2026

Aktuelle Lebensmittelwarnung

Aktuelle Lebensmittelwarnungen

Hier finden Sie aktuelle Warnmeldungen zu Lebensmitteln, die aus Gründen der Gesundheitsgefährdung aus dem Handel bzw. beim Verbraucher zurückgerufen werden.

Alternativ können Sie auch die neuentwickelte App für mobile Endgerät nutzen. Über aktuelle Lebensmittelwarnung können Sie sich dann per Push-Benachrichtigung informieren lassen. Die App finden Sie hier:

Google Play Store:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.bund.bvl.lmwapp

Apple App Store:
https://apps.apple.com/app/lebensmittelwarnung-de/id6453756233