Im Rahmen einer EU-weit koordinierten Schwerpunktaktion („Priority Control Area“, PCA) haben Zoll- und Marktüberwachungsbehörden umfangreiche Kontrollen von Spielzeug- und Elektronikimporten aus Drittstaaten durchgeführt. Beteiligt waren unter anderem das Bundesamt für Verbrauchergesundheit und das Zollamt Österreich in Zusammenarbeit mit weiteren nationalen und europäischen Stellen.
Das Ergebnis ist alarmierend:
Europaweit wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektronikgeräte überprüft. Mehr als 50 Prozent entsprachen nicht den geltenden EU-Produkt- und Sicherheitsvorschriften. Bei Laboruntersuchungen ausgewählter Produkte wurden sogar 84 Prozent als potenziell gefährlich eingestuft.
Besonders hohe Beanstandungsquote bei Kleinsendungen
In Österreich wurden 69 Spielzeugbestellungen – überwiegend Kleinsendungen aus dem Onlinehandel – kontrolliert. 78 Prozent dieser Produkte erfüllten die EU-Sicherheitsanforderungen nicht. Hauptursachen waren fehlende oder mangelhafte CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie sprachlich fehlerhafte oder unvollständige Kennzeichnungen.
Die Aktion wurde von der Europäischen Union koordiniert und von der Generaldirektion Binnenmarkt (DG GROW) sowie der Generaldirektion Steuern und Zollunion (DG TAXUD) begleitet.
Onlinehandel und Paketflut als Vollzugsherausforderung
Der Onlinehandel mit Direktlieferungen aus Drittstaaten wächst rasant. 97 Prozent aller Importe sind inzwischen Kleinsendungen, pro Sekunde gelangen fast 180 Pakete direkt zu Verbraucherinnen und Verbrauchern in der EU. Allein 2024 wurden 4,6 Milliarden Pakete in die EU eingeführt – ein massiver Anstieg mit erheblichen Auswirkungen auf Zoll, Marktüberwachung und Verbraucherschutz.
Konsequenzen auf EU-Ebene
Als Reaktion auf diese Entwicklung hat die EU beschlossen, die Zollbefreiung für Kleinsendungen bis 150 Euro zum 1. Juli 2026 aufzuheben. Künftig soll ein einheitlicher Zollsatz erhoben werden. Ziel ist es, Produktsicherheit zu erhöhen, den fairen Wettbewerb zu stärken und den Vollzugsbehörden wirksamere Kontrollmöglichkeiten zu geben.
Bedeutung für den Verbraucherschutz
Die Ergebnisse der Kontrollaktion unterstreichen, dass insbesondere Kinderspielzeug aus Drittstaaten ein erhebliches Risiko darstellen kann. Eine enge Zusammenarbeit von Zoll, Marktüberwachung und Fachbehörden – wie sie auch für die Arbeit der Lebensmittelüberwachung zentral ist – bleibt entscheidend, um Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam zu schützen und europäische Sicherheitsstandards durchzusetzen.
Quelle: https://www.ots.at/

