Die Lebensmittelsicherheit von Wildbret wird am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seit vielen Jahren erforscht, zum Beispiel werden mögliche Gesundheitsrisiken durch mikrobielle Verunreinigungen des Wildfleischs oder durch Kontaminanten aus der Umwelt untersucht. Ab dem Jahr 2019 stand die Entwicklung eines standardisierten Prüfverfahrens für Jagdbüchsengeschosse im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Dieses soll dazu beitragen, dass die eingesetzten Jagdgeschosse ein tierschutzgerechtes Erlegen des Wildes ermöglichen und gleichzeitig der Eintrag metallischer Fragmente in das Wildfleisch minimiert wird. Das gemeinsam mit einem internationalen wissenschaftlichen Expertengremium durchgeführte Projekt ist nunmehr abgeschlossen, das Verfahren wurde in einem Ringversuch bereits auf seine Praxistauglichkeit getestet. „Das neue, standardisierte Prüfverfahren macht die Untersuchung von Büchsengeschossen vergleichbar und reproduzierbar“, sagt BfR-Präsident Professor Andreas Hensel. „Letztlich trägt das dazu bei, gesundheitliche Risiken durch den Eintrag metallischer Fragmente zu minimieren und die Lebensmittelsicherheit von Wildfleisch zu maximieren.“
Die Erkenntnisse aus dem Projekt und die Ergebnisse des Ringversuchs bilden den thematischen Schwerpunkt des Symposiums „Wild – erforscht!“. Es findet am 4. und 5. Februar 2026 am BfR-Standort Marienfelde statt.
Viel diskutiert wird in diesem Zusammenhang der Eintrag von metallischen Fragmenten aus bleifreien und bleihaltigen Jagdgeschossen ins Tier. Dieser soll so gering wie möglich gehalten werden, um Gesundheitsrisiken durch die eingetragenen Stoffe zu minimieren. Gleichzeitig muss die Bewegungsenergie des Geschosses ausreichend hoch bleiben, um das Wild tierschutzgerecht erlegen zu können. In aufwändigen Beschussversuchen haben die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geprüft, wie sich Geschosse mit Blick auf diese Ziele standardisiert testen lassen. Sie prüften dazu etwa, wie sich Seife und Gelatine als ballistische Prüfsimulanzien eignen.
Auf dem Symposium werden die beteiligten Forschenden am BfR, aber auch fünf externe Teilnehmer des Ringversuchs, wie die Deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e. V. und die Universität der Bundeswehr, die Ergebnisse des Ringversuchs und ihre individuellen Erfahrungen präsentieren.
Zum Abschluss des zweiten Veranstaltungstages wird BfR-Vizepräsident Dr. Tewes Tralau einen Blick in die Zukunft werfen: In seinen Schlussworten wird er skizzieren, mit welchen Entwicklungen und Herausforderungen in den kommenden Jahren zu rechnen ist.
Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.
Hinweise zur Veranstaltung:
Symposium „Wild – erforscht!“
04.02, 13:00 Uhr bis 05.02., ca. 13:00 Uhr.
Ort: Bundesinstitut für Risikobewertung, Diedersdorfer Weg 1, 12277 Berlin Marienfelde, Haus 3, Hörsaal
Weitere Informationen auf der BfR-Website zum Thema Lebensmittelsicherheit von Wild
Fragen und Antworten zum Verzehr von Wild, das mit bleihaltiger Munition geschossen wurde
https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zum-verzehr-von-wild-das-mit-bleihaltiger-munition-geschossen-wurde/
BfR-Presseinformationen, Fleisch von frei lebendem Wild soll sicherer werden
https://www.bfr.bund.de/presseinformation/fleisch-von-frei-lebendem-wild-soll-sicherer-werden/
BfR-Presseinformationen, Warum das BfR auf Gelatine schießt oder wie sich die Lebensmittelsicherheit von Wildfleisch gewährleisten lässt
https://www.bfr.bund.de/presseinformation/warum-das-bfr-auf-gelatine-schiesst-oder-wie-sich-die-lebensmittelsicherheit-von-wildfleisch-gewaehrleisten-laesst/
Quelle: https://www.bfr.bund.de/

